|
„Musik an sich“, Sven Kerkhoff
EIN BAROCKES FEST
FASCH ALS KOMPONIST DES ÜBERGANGS
In einem Aufsatz über Fasch von 1900 heißt es: "Man wird nicht umhin
können, ihn fürderhin zu den hervorragenden Zeitgenossen J. S. Bachs zu
rechnen."
Der 1688 nahe Weimar geborene Komponist, der früh seine Liebe zur Musik
entdeckte und mit so berühmten Kollegen wie Heinichen, Stöltzel und
Pisendel in Leipzig eine Art Studentenorchester gründete, wirkte den
größten Teil seines Lebens am Hofe zu Anhalt-Zerbst. Mag diese Anstellung
provinziell erscheinen, so hatte Fasch doch zuvor auf seinen Reisen die
verschiedenen Stile der Zeit kennen gelernt und beherrschte ihre Anwendung
meisterlich. Seine Stücke sind dabei nicht revolutionär, deuten eher leise
den Übergang vom Barock zur Frühklassik an und stehen noch deutlich unter
italienischem Einfluß. Dennoch aber finden sich in ihnen viele rhythmische
Raffinessen und harmonische Überraschungen, die bisweilen eine
Verwandtschaft zu den Kompositionen Jan Dismas Zelenkas aufweisen.
DIE FORTSCHRITTE DER HISTORISCHEN AUFFÜHRUNGSPRAXIS
Schon in den 90er Jahren hat sich Trevor Pinnock mit "The English Concert"
dem Werke Faschs gewidmet (Deutsche Grammophon Archiv Produktion, Best.nr.
449 210-2). Hält man die jetzt erschienene CD mit dem Main-Barockorchester
Frankfurt dagegen, zeigt sich, welche Fortschritte in der historischen
Aufführungspraxis in kurzer Zeit erzielt wurden. Dieses erst wenig
bekannte Ensemble präsentiert drei Sinfonien und 3 Konzerte Faschs in
frischem, glutvollen Spiel und unter Betonung ihres tänzerischen
Charakters. Die Kontraste werden geschärft, auch die Tempiwechsel deutlich
akzentuiert.
Die Solisten in den Konzerten, Christian Leitherer (Chalumeau), Meike
Güldenhaupt (Oboe) und Martin Jopp (Violine), handhaben ihre historischen
Instrumente ebenso souverän, wie das gesamte Orchester. Dies klingt dabei,
obwohl nicht unbedingt klein besetzt, transparent und äußerst homogen.
Da zudem auf eine abwechlsungsreiche Programmgestaltung geachtet wurde und
die CD mit einem exzellenten, sehr präsenten Klangbild gefällt, ist so ein
barockes Musikfest entstanden, welches man sich kaum angenehmer und
unterhaltsamer wünschen könnte.
|
AUFNAHMEN
FASCH
HERTEL
KONZERTE
ZWEI THÜRINGER
KLEINE NACHTMUSIK
ELEMENTE
ACHT JAHRESZEITEN
VIRTUOSE KLANGGEFECHTE
HIMMELSKLÄNGE
ALLE MEINE
FRÖSCHLEIN
JOHANNESPASSION
|